Grube Carl Alexander / Steinkohlenbergwerg Baesweiler

BergfoyerBei Traumwetter im Carl-Alexander-Park in Baesweiler.

Das Bergplateau der Bergehalde will erobert werden und das sind stolze 85 Höhenmeter auf gut 350 Metern.

Vom Parkplatz aus ist man in wenigen Minuten am Bergfoyer und das „Klettern“ kann beginnen.

Im Bergfoyer, das übrigens 2009 den deutschen Landschaftsarchitekturpreis erhielt, geht es die ersten Treppenstufen hoch bevor es dann auf den Schwebesteg geht.

Der Schwebesteg besteht aus 7 Stützen (5-10 m hoch). Die Brückenteile sind 13 bis 30 m lang und 1,5 m breit. Die Steigung beträgt 17.5% – 18,9%.

SchwebestegHier kommen dann meine Leki Wanderstöcke zum Einsatz 🙂

Nachdem wir dann den Schwebesteg gemeistert haben, steht die nächste Herausforderung an. Die Himmelstiege mit 270 Treppenstufen.

Auf dem Weg nach oben sind rechts und links des Stieges noch die ein oder andere Reliquie aus vergangenen Zeiten zu erblicken.

Oben angekommen geht es über den „unendlichen“ Gratweg  zum Bergplateau.

Von hier aus hat man einen tollen Rundumblick über die verschiedenen Halden und bei guter Weitsicht bis hin zur Eifel.

frei schwebend

Panorama hier ein Film dazu

Panorama

Nachdem wir die Aussicht und die Sonne ausgiebig genossen haben ging es dann wieder abwärts.

Rückblick:

Rückblick

Anfahrt:  N50 54.661 E6 09.847  / Übacher Weg 1000, 52499 Baesweiler, Deutschland

Broschüre

Hier noch ein Bericht über die sinnvolle Nutzung einer Braunkohlehalde: Der Indemann

Geschichte der Grube Carl Alexander

Der Beginn
1904 – Der Industrielle Carl Röchling aus dem Saarland nimmt die Gelegenheit war und kaufte die Bergrechte bei Baesweiler und noch einige Felder des EBV (Eschweiler Bergwerksverein). Als Standort für die Grube wird der westliche Ortsrand von Baesweiler ausgewählt.
1908 – Für den Betrieb der Zeche wird die Gewerkschaft Carl-Alexander gegründet. Noch im gleichen Jahr beginnen die Abteufarbeiten. Auf dem Zechengelände werden zwei Schächte abgeteuft, die jeweils ein Doppelfördergerüst erhalten.
Ihren Namen bekommt die junge Grube von den beiden Industriellen, die für die Gründung der Gewerkschaft Carls-Alexander verantwortlich sind: Von Carl Röchling und von Alexander Dreux, dem Leiter der französischen Stahlswerksgesellschaft.

Erstes Wachstum
1921 – Die Kohleförderung wird erstmal aufgenommen, nachdem während des ersten Weltkrieges die Bauarbeiten aus Mangel an Arbeitskräften und Material fast zum erliegen gekommen waren.
1925 – Die Eisenbanverbindung zum Bahnhof Merkstein/Nordstern wird angelegt, um die geförderte Kohle in entferntere Regionen vermarkten zu können. Zudem werden Bergleute aus anderen Regionen angeworben, die den Mangel an ausgebildeten einheimischen Bergleuten decken sollen. Zum größten Teil handelt es sich dabei um Bergleute aus dem Elsass und Lothringen.
1926 – Eine Baugenossenschaft wird gegründet. Sie hat das Ziel, dringend benötigte Wohnungen für die Bergleute zu bauen, die bis dahin in teilweise menschenunwürdigen Behausungen leben. In den Jahren von 1927 bis 1932 werden durch die Genossenschaft 196 Wohnungen fertig gestellt, die allesamt in Grubennähe liegen.
Ende der 20er Jahre erreichte die Grube Carl-Alexander mit einer Förderung von über 500 000 Tonnen im Jahr eine Spitzenpositon im Aachener Revier.

Im Zeichen des Krieges
1940 – Carl-Alexander hat, wie auch die anderen Zechen der Region, mit den Auswirkungen des zweiten Weltkrieges zu kämpfen. Zwar sind es hier weniger die Beschädigungen, vielmehr macht sich der plötliche Verlust von Bergleuten bemerkbar. Viele von ihnen werden zum Kriegsdienst einberufen.
Auch auf Carl-Alexander werden Kriegsgefangene zur Zwangsarbeit eingesetzt. Es handelt sich dabei um französische und russische Gefangene. Zahlreiche Zwangsarbeiter verlieren hier ihr Leben.
1944 – Die Grube wird durch die Kämpfe im Aachener Raum stark in Mittleidenschaft gezogen. Durch einen Pumpenausfall steigt das Wasser bis zur oberen Sohle. Nach den Sümpfen durch verbliebene Belegschaftsmitglieder kann die Förderung wieder aufgenommen werden.

Die Grube in der Kriese
1957 – Gegen Ende der 1950er Jahre beginnt die weitreichende Kohlekrise. Im Zuge der wirtschaftlichen Entwicklung plant Röchling, das Bergwerk in Baesweiler zu schließen.
1960 – Die Förderung beläuft sich auf etwa eine Million Tonnen Steinkohle jährlich, bei der Belegschaft von etwa 3 600 Mann.
1965 – Da bereits 1961 die Bergwerke in den Nachbarorten Übach-Palenberg, Merkstein und Mariadorf geschlossen wurden, hätte dies zu einer großen Zahl von Arbeitslosen in der Region geführt. Auf drängen der Politik und den Gewerkschaften sowie zur Abrundung des eigenen Besitzes an Grubenfeldern übernimmt der Eschweiler Bergwerksverein die Grube. In den folgenden Jahren wird die Grube unterirdisch mit den benachbarten Berkwerken Anna in Alsdorf und Emil Mayrisch in Siersdorf verbunden.

Das Ende
1975 – Die Belegschaft wir allmählich reduziert und die Förderung auf Carl-Alexander wird am 30. September 1975 endgültig eingestellt. Für die Bergleute wird ein Sozialplan erstellt. Wer nicht anhand des Sozialplans ausscheiden kann, wird einer anderen Grube in der Region zugeteilt. Der Standort Baesweiler verliert etwas 2 000 Arbeitsplätze.
Die zum Grubenfeld gehörenden und noch vorhandenen Kohlevorräte werden über die leistungsfähigeren Schächte Emil Mayrisch in Siersdorf gefördert, bis auch diese als letzte Grube des Wurmreviers im Dezember 1992 die Förderung schließlich beendet.
In den folgenden Jahren werden die Übertageanlagen der Zeche niedergelegt. Erhalten geblieben ist heute nur noch eine Werkhalle. Das Gebiet wird über viele Jahre weitgehend einer natürlichen Entwicklung überlassen.
Eine große Anzahl von Bergleuten hat sowohl über als unter Tage ihr Leben verloren. Ebenso sind viele Bergleute an Silikose erkrankt.

Der Neuanfang
1985 – Durch konsoquente Ansiedlung von Unternehmen im Gewerbegiet, stetige Weiterentwicklung neuer Gewerbegebietsabschnitte und Einrichtungen des its (Internationales Technologie- und Service Center) wird in den Folgejahren der Struckturwandel in Baesweiler vorangetrieben. Bis heute konnten 3 000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden.
2002 – Eine neue Chance zur Revitalisierung der Zechenbrache bietet die EuRegionale 2008. Ein Schwerpunktthema der Landesinitiative ist die Umstrucktuierung und Neuausrichtung der Bergbaufolgelandschaften in der Aachener Nordregion, wobei insbesondere die Halden und angrenzende ehemalige Betriebsflächen städtebaulich aufgewertet und neuen Nutzungen zugeführt werden sollen. Die Stadt Baesweiler schreibt zur Vorbereitung der Standortplanung für die Halde Carl-Alexander einen städtebaulichen und landschaftsplanerischen Wettbewerb aus. an dem 15 namhafte Arbeitsgemeinschaften (bestehend aus Architekten, Stadtplanern und Landschaftsplanern) aus Deutschland, Holland und Belgien teilnehmen. Sieger dieses Wettbewerbs ist die Arbeitsgemeinschaft PASD Feldmeier + Wrede, Hagen und Davids, Terfrüchte und Partner, Essen.
2005 – Erster Spatenstich durch den nordrhein-westfälischen Bauminister Oliver Wittke
2006 – Beginn der Bauarbeiten im Bereich Carlstraße und des Haldenrundweges
2007 – Baubeginn und Fertigstellung der Landschaftader; Baubeginn Bergfoyer, Schwebesteg, Bergplateau

Zukunft hat einen Standort
2008 – Die offizielle Eröffnung des CarlAlexanderParks findet nach Abschluss der Baumaßnahmen im Mai mit zahlreichen Veranstaltungen statt. Baesweiler ist die erste Stadt mit einem fertiggestellten Projekt im Rahmen der EuRegionalen 2008. Neben der Freiraum- und Erholungsnutzung und der Naturbelassung der Halden sollen unter finanzieller Beteilung von Bund und Land auf dem Haldenvorgelände Forschungs-, Ausbildungs- und Ausstellungsbereiche aus dem Bereich Life-Science entstehen.
Auf dem Gelände der Zeche Carl-Alexander in Baesweiler wird somit ein Beitrag zur Förderung der wirtschaftlichen Nutzung geleistet. Ziel ist die integrative Umwandlung mit Raum für Wohnen, Gewerbe und Freizeit.

Übersicht

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Aachener Land, Sehenswert abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Antworten zu Grube Carl Alexander / Steinkohlenbergwerg Baesweiler

  1. Elke Bitzer schreibt:

    Lieber Frank,
    erstmal eine tolle Ecke, die du dort besucht hast, aber viel viel mehr freut mich, dass du wieder läufst. Wie schön, dass du wieder in die Sonne kannst und dich deiner Umgebung erfreuen.
    Einen Lieben Gruß
    Elke

  2. Claudia schreibt:

    Ich schließe mich Elke an! Hast wirklich tolles Wetter erwischt!
    Ich und men Mann machen auch öfter solche Ausflüge sind derzeit im Südtirol und hier gibt es so viel zu sehen! leider haben wir so wenig Zeit mitgebracht um wirklich jede Ecke zu erkunden!
    Waldmannsheil!
    Claudia

    • Frank Almstädt schreibt:

      Hallo Claudia,
      vielen Dank, ja das Wetter hat prima gepasst. Ich wünsche euch noch einen schönen Urlaub und wenn die Zeit nicht für alles reicht, so ist das ein Grund noch einmal einen schönen Urlaub dort zu planen
      Waldmannsheil°
      Frank

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s